Dienstag, 6. Februar 2018

Kurzbericht über das Lawinenunglück am Naßfeld mit tödlichen Ausgang


Am Freitag, den 02.02.2018 um ca. 13.45 Uhr fuhr ein 56 jähriger Alpinist aus dem Bezirk Hermagor mit seinem Sohn und einem weiteren jugendlichen Begleiter auf der Trogkofelabfahrt im Schigebiet Naßfeld, talwärts. Im Zuge der Abfahrt fuhren die drei Freerider in den Variantenbereich westlich der Piste ein. Bei der Querung von der Piste in den steilen Nordhang löste der vorausfahrende 56 jährige Alpinist ein 230 m langes und 50 breites Schneebrett aus und wurde ca. 1,5 m tief an der untersten Stelle des Lawinenkegels verschüttet. Die beiden Jugendlichen wurden teilverschüttet, konnten sich sofort selbst befreien und einen Notruf absetzen. Der Alpinist konnte erst nach ca 1 Stunde zu Beginn des planmäßigen Einsatzes von der Alpinpolizei, Bergrettung und Mitarbeiter der Liftgesellschaft sowie Lawinenhunde, mittels VS-Gerät geortet und aus den Schneemaßen geborgen werden. Mangels einer Atemhöhle blieben Reanimationsversuche leider ohne Erfolg und es konnte nur mehr der Tod festgestellt werden.

Die gelbe Linie zeigt die Einfahrtsspur des Alpinisten und 
der rote Kreis zeigt die Endlage des verunglückten Alpinisten.




Lawinentypische Situation:
Eine dünne, heimtückische Schwachschicht an der Altschneedecke, die sich einige Tage vor dem Unfall gebildet hat, kommt als einer der unmittelbaren Gründe des Lawinenabgangs in Frage. Die Tage zuvor war es in den hohen Lagen zu warm für diese Jahreszeit. Die Schneeoberfläche wurde feucht. In Folge bildete sich bei sinkenden Temperaturen eine dünne Schmelzkruste, unter der sich eine Schicht aus kantigen Kristallen entwickelte. Als es vom 01.02.2018 auf den 02.02.2018 zwischen 70 und 100 cm unter zum Teil starkem Windeinfluss aus Südwest schneite, wurde die Schwachschicht mit frischem Triebschnee und Neuschnee überdeckt.
Als Folge konnte man am Unfalltag im Unfallbereich des Skigebietes spontane Schneebrettlawinen beobachten. Die Schneedeckenuntersuchung bestätige die Schwachschichten. Ein typisches Lawinenproblem „Neuschnee – kalt auf warm“


Typisches Lawinenproblem: NEUSCHNEE

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