Donnerstag, 8. Februar 2018

Wochenrückblick von Freitag 02. Februar 2018 bis Donnerstag 08. Februar 2018

Die Woche davor herrschte Großteiles Sonnenschein und herrliches Bergwetter mit milden Temperaturen (bis zu + 10 Grad in 2000m). Am Donnerstag, den 01.02.2018 war der Himmel bedeckt und es zog ein kräftiges Oberitalientief über Kärnten mit  Regen und Schneefall  ab 900 m Seehöhe hinweg. Ab Freitag in der Früh schneite es in den gesamten Kärntner Gebirgsgruppen. In den Staulagen der Karnischen Alpen, Karwanken wurden bis zu 100 cm Neuschnee gemessen. In den Hohen Tauern bis zu 70 cm. In den übrigen Gebirgsgruppen gab es ca. 30 – 40 cm Neuschnee.
 
 
100 cm Neuschnee innerhalb von 24 Stunden wurden auf der Watschiger Alm (1608 m)am Naßfeld in den Karnischen Alpen an der LWD - K Messstation gemessen.
100 cm Neuschnee wurden in den Karawanken, an der LWD - K Messstation Zelenica (1536 m) gemessen.  

 
Geringere Neuschneemengen in den Kärntner Nockbergen, 40 cm wurden an der LWD - K Messstation auf der Turracherhöhe (1816 m) gemessen.

 

Temperaturverlauf während des Niederschlagsereignisses - LWD - K Messstation Zelenica (1536 m)/Karawanken

 
 
 
 
 
Ab Samstag überwogen die Wolken und es gab selten Niederschlag. Am Sonntag Nachmittag und Montag herrschte in den Kärntner Gebirgsgruppen recht freundliches Bergwetter. Ab Mittwoch wurde ein Adriatief von Süden her  wetterwirksam. In den östlichen Karawanken gab es  bis zu 25 cm und in den Karnischen Alpen 10 bis 15 cm an Neuschnee. Am Donnerstag war kärntenweit  der Himmel bedeckt mit dichtem Nebel in den Tallagen.
 
 
Am Samstag, den 03.03.2018 überwogen die Wolken und dichter Nebel in den Kärntner Gebirgsgruppen.

 
 

Sonntag war der Himmel in den Morgenstunden noch bedeckt, erst ab Nachmittag Sonnenschein
 

 
Die Schneedecke war in den letzten Tagen, auf Grund der großen Neuschneemengen in den Staulagen der Karnischen Alpen, Karawanken und in den Hohen Tauern recht unstabil. Zahlreiche Lawinenabgänge wurden am Wochenende beobachtet und es ereignete sich leider auch außerhalb des gesicherten Skiraums ein tödlicher Lawinenunfall. Neuschnee bis 100 cm in den südlichen Gebirgsgruppen und in den Hochlagen wurde der Schneefall am Beginn durch einem kräftigen Südwestwind begleitet. Erwähnt wird, dass in den Tagen zuvor sehr milde Temperaturen mit Sonnenschein bis in hohen Lagen der Kärntner Gebirgsgruppen herrschten.
 

 
 

Lawinenunfall Naßfeld - Karnischen Alpen, am 02.03.2018
 



Lawinenabgang am Dreiländereck in den westlichen Karawanken, am 03.02.2018



Lawinenabgang Naßfeld _ Karnischen Alpen, am 04.02.2018

 

Lawinenproblem - Neuschnee

 
Das Problem entstand durch die Schneefälle kurz vor dem Neuschneeereignis. Der Haupteinflussfaktor war die kritische Neuschneemenge, die von mehreren Faktoren, wie zum Beispiel Temperatur oder Eigenschaften der alten Schneeoberfläche abhängen.
Zu erwartende Lawinenarten nach so einem Niederschlagsereignis:
             trockene Schneebrettlawinen
             trockene Lockerschneelawinen
             spontane und künstliche Auslösungen
Eine dünne, heimtückische Schwachschicht an der Altschneedecke, die sich einige Tage vor dem Unfall gebildet hat, war einer der Gründe für die vielen Lawinenabgänge in den südlichen Gebirgsgruppen. Die Tage zuvor war es in den hohen Lagen zu warm für diese Jahreszeit. Die Schneeoberfläche wurde feucht. In Folge bildete sich bei sinkenden Temperaturen eine ganz dünne Schmelzkruste, unter der sich eine Schicht aus kantigen Kristallen entwickelte. Durch die starken Niederschläge wurde die Schwachschicht mit frischem Triebschnee und Neuschnee überdeckt.
 
Schneeprofil Lawinenunfall am Naßfeld - aufgenommen am 03.02.2018
Schwachschicht mit einer dünnen Schmelzkruste, unter der sich eine Schicht aus kantigen Kristallen entwickelt hat.
 
 
Ab Freitag herrschte allgemein ERHEBLICHE Lawinengefahr in den Kärntner Gebirgsgruppen. Ab Samstag und Sonntag in den Staulagen der südlichen Gebirgsgruppen GROSSE Lawinengefahr. Am Montag wurde in den Staulagen der Karawanken und Karnischen Alpen noch ERHEBLICHE Lawinengefahr ausgegeben. In den übrigen Gebirgsgruppen herrschte MÄSSIGE Lawinengefahr. Ab Donnerstag wurde die Lawinengefahr in den Karawanken mit ERHEBLICH beurteilt und in den übrigen Gebirgsgruppen mit MÄSSIG.



 
 
 
 

Dienstag, 6. Februar 2018

Kurzbericht über das Lawinenunglück am Naßfeld mit tödlichen Ausgang


Am Freitag, den 02.02.2018 um ca. 13.45 Uhr fuhr ein 56 jähriger Alpinist aus dem Bezirk Hermagor mit seinem Sohn und einem weiteren jugendlichen Begleiter auf der Trogkofelabfahrt im Schigebiet Naßfeld, talwärts. Im Zuge der Abfahrt fuhren die drei Freerider in den Variantenbereich westlich der Piste ein. Bei der Querung von der Piste in den steilen Nordhang löste der vorausfahrende 56 jährige Alpinist ein 230 m langes und 50 breites Schneebrett aus und wurde ca. 1,5 m tief an der untersten Stelle des Lawinenkegels verschüttet. Die beiden Jugendlichen wurden teilverschüttet, konnten sich sofort selbst befreien und einen Notruf absetzen. Der Alpinist konnte erst nach ca 1 Stunde zu Beginn des planmäßigen Einsatzes von der Alpinpolizei, Bergrettung und Mitarbeiter der Liftgesellschaft sowie Lawinenhunde, mittels VS-Gerät geortet und aus den Schneemaßen geborgen werden. Mangels einer Atemhöhle blieben Reanimationsversuche leider ohne Erfolg und es konnte nur mehr der Tod festgestellt werden.

Die gelbe Linie zeigt die Einfahrtsspur des Alpinisten und 
der rote Kreis zeigt die Endlage des verunglückten Alpinisten.




Lawinentypische Situation:
Eine dünne, heimtückische Schwachschicht an der Altschneedecke, die sich einige Tage vor dem Unfall gebildet hat, kommt als einer der unmittelbaren Gründe des Lawinenabgangs in Frage. Die Tage zuvor war es in den hohen Lagen zu warm für diese Jahreszeit. Die Schneeoberfläche wurde feucht. In Folge bildete sich bei sinkenden Temperaturen eine dünne Schmelzkruste, unter der sich eine Schicht aus kantigen Kristallen entwickelte. Als es vom 01.02.2018 auf den 02.02.2018 zwischen 70 und 100 cm unter zum Teil starkem Windeinfluss aus Südwest schneite, wurde die Schwachschicht mit frischem Triebschnee und Neuschnee überdeckt.
Als Folge konnte man am Unfalltag im Unfallbereich des Skigebietes spontane Schneebrettlawinen beobachten. Die Schneedeckenuntersuchung bestätige die Schwachschichten. Ein typisches Lawinenproblem „Neuschnee – kalt auf warm“


Typisches Lawinenproblem: NEUSCHNEE

Montag, 5. Februar 2018

Lawinenabgang am Dreiländereck in den Karawanken

Am Dreiländereck in den Kärntner Karawanken ist an einem Nordhang ~ 1450 m, am Samstag, den 03.02.2018 außerhalb des gesicherten Skiraumes eine Schneebrettlawine mit Sekundärlawinen abgegangen. Ein Wintersportler wollte zu seiner Almhütte über einem Steilhang fahren. Vor der Einfahrt löste sich ein ca. 100 m breites um 60 langes Schneebrett. Es wurde kein Wintersportler erfasst. In den Staulagen der Karawanken und den östlichen Karnischen Alpen wurden in den letzten beiden Tagen (Freitag und am Samstag) ca. 100 cm Neuschnee gemessen.

 
Der Skifahrer wollte von der rechten Seite (gelbe Linie) zur Almhütte abfahren, dabei löste er mehrere kleine Lawinen sowie die 100 m breite und ca. 60 m lange Schneebrettlawine. Am Bild ersichtlich die Risse an der Schneedecke und die Sekundärlawinen!





GROSSE LAWINENGEFAHR HERRSCHTE IN DEN LETZTEN TAGEN AM SAMSTAG UND SONNTAG IN DEN KARAWANKEN UND IN DEN KARNISCHEN ALPEN 


Sonntag, 4. Februar 2018

Lawinenabgang am Auernig/Naßfeld



GROSSE LAWINENGEFAHR herrscht in den Karnischen Alpen







Unterhalb des Auernigs 1863 m an einem Nordwesthang, im Skigebiet Naßfeld wurde ein Lawinenabgang von Schifahrern beobachtet. Eine Schneebrettlawine 100 breit und 200 m lang, verschüttete einen wegen LAWINENGEFAHR gesperrten Zufahrtsweg zu einem Hotel. Angeblich wurden in der Nähe zwei Wanderer beobachtet die jedoch bei einer Hütte eintrafen. Der Lawinenkegel wurde durch die Einsatzkräfte sondiert, um auszuschließen, dass die Schneemassen Menschen erfasst hatten.


Eine mittlere Schneebrettlawine verschüttete die Zufahrtsstraße zu einem sehr beliebten Alpenhotel am Naßelfd. Zum Glück wurde kein Wintersportler verschüttet.



Anrissbreite und Anrisshöhen der Schneebrettlawine am Auernig


 

Samstag, 3. Februar 2018

Lawinenabgang am Naßfeld in den Karnischen Alpen

Am Freitag, den 02.02.2018 um ca. 13.50 Uhr ist außerhalb des gesicherten Skiraumes am Naßfeld - neben der Trogkofel Abfahrt - ein Familienvater mit seinem Sohn in einem Variantenhang eingefahren und löste dabei eine Schneebrettlawine. Der 56 jährige wurde von der Schneebrettlawine erfasst und eineinhalb Meter tief verschüttet.
Die Rettungskräfte konnten den verschütteten Alpinisten nach ca. 1 Stunde orten und aus der Lawine ausgraben. Die Reanimationversuche blieben jedoch ohne Erfolg und es konnte nur mehr der Tod des Mannes festgestellt werden.

Nähere Details über den Unfallhergang werden nach Abschluss der Erhebungsarbeiten bekannt gegeben.
 
 
 

Freitag, 2. Februar 2018

Wintereinbruch in den gesamten Kärntner Gebirgsgruppen

Neuschnee bis in tiefen Lagen in den Kärntner Gebirgsgruppen.


Neuschneemengen in den letzten 24 Stunden laut INCA Analysekarte
Eine von Nordwesten über Kärnten ziehende Kaltfront und mit einem kräftigen Oberitalientief brachte größere Neuschneemengen in den Hohen Tauern ~ 50 - 70 cm, in den Karawanken bis zu 50 - 100 cm, in den Karnischen Alpen und Gailtaler Alpen ~ 30 - 50 cm und mehr, und in der Kreuzeckgruppe ~ 30 - 50 cm, in den Nockbergen 30 - 40 cm und in den restlichen Gebirgsgruppen bis zu 30 cm.  


Erst am Freitagnachmittag klingt der Niederschlag in den westlichsten Gebirgsgruppen allmählich ab.  Durch den auffrischenden, kalten Nordostwind, werden wieder winterliche Temperaturen in den Kärntner Gebirgsgruppen erwartet. Am Samstag werden in 3000 m um -17, in 2000 m -10 und in 1000 m rund -3 Grad erwartet.




Windmessungen (ZAMG) auf der Villach Alpe - Dobratsch 2166 m in den Gailtaler Alpen

Temperaturrückgang (ZAMG) auf der Villacher Alpe - Dobratsch 2166 m in den Gailtaler Alpen




Ein Überblick von den LWD  - Messstationen:


Am Maltaberg 1500 m, in den Hohen Tauern wurden 35 cm Neuschnee gemessen.

Auf der Watschiger Alm  1608 m am Naßfeld in den Karnischen Alpen wurden 60 cm Neuschnee gemessen.

Auf der Emberger Alm 1935 m in der Kreuzeckgruppe wurden 40 cm Neuschnee gemessen.
Auf der Turracher Höhe 1816 m in den Kärntner Nockbergen wurden 30 cm Neuschnee gemessen.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Wochenrückblick von Donnerstag 25. Jänner 2018 bis Donnerstag 01. Februar 2018


Vorübergehende Unterbrechung des Hochdruckeinflusses mit bedecktem Himmel  ohne nennenswerten Niederschlägen im Süden, so war der letzte Donnerstag und Freitag .

Von Samstag bis heute Donnerstag (01.Februar 2018) brachte ein Hochruckeinfluss milde Temperaturen und strahlenden Sonnenschein in die Kärntner Gebirgsgruppen. Die ganze letzte Woche herrschte herrliches Bergwetter und die Nullgradgrenze lag bei 2000 m.
 
Schönes Bergwetter herrschte in der letzten Woche in den Kärntner Gebirgsgruppen.
Bild: Montag, den 29. Jänner 2018 auf der Koralpe 2016 m/LWD Messstation
Schönfeld Innerkrems - Stubennock; Blick Richtung Südosten Schönfeld
 
 
Am Mittwoch zogen die ersten Wolken in den Nockbergen - Innerkrems auf
 


 

Gleitschneelawine von eine besonnten Südhang - Speiereck  2411 m in den Radstädter Tauern (SZB)






Durch den strahlenden Sonnenschein und milde Temperaturen war  die Schneedecke in den südseitigen Expositionen sehr durchfeuchtet mit  verschiedenen Schichten und Härteunterschieden zu finden. Um die Mittagszeit wurden sehr viele Gleitschneelawinen an den besonnten südlichen Hängen beobachtet. Meist konnte sich die Schneedecke nach klaren Nächten verfestigen. In den nördlichen Expositionen wurde noch in Rinnen und Mulden Pulverschnee gefunden. Schneedeckenuntersuchungen zeigten in den nördlichen Hanglagen mehrere Schichten aus kantigen Kristallen und härteren Krusten.

 

Die NMS Obervellach - Mölltal hatte eine schöne Winterwoche am Schönfeld mit Skitouren in den Nockbergen. Abfahrt vom Stubennock 2092 m





Größere Gleitschneelawinen von besonnten steilen Südhängen in Pöllatal - Rennweg ~ 1350 m



 
 


Windspuren an der Altschneedecke am Nordhang des Stubennock´s 2092 m in den Kärntner Nockbergen



 
 
Pulverschnee war in den nördlichen Expositionen in Rinnen und Mulden zu finden. Stubennock 2092 m in den Kärntner Nockbergen.
 

In den letzten Tagen herrschte in den Hohen Tauern und der Kreuzeckgruppe meist MÄSSIGE   und in den restlichen Kärntner Gebirgsgruppen GERINGE Lawinengefahr .